Money & Mind – Wie unser Gehirn mit Geld umgeht

Money & Mind – Wie unser Gehirn mit Geld umgeht

Money & Mind – Wie unser Gehirn mit Geld umgeht

Viele Male täglich denken wir an Geld. Wissen wir, wie wir wirklich dabei ticken, können wir unser Verhältnis zu Geld auf neue Füsse stellen.

Der Neurowissenschaftler Dr. Brian Knutson, Standford University, fand heraus, dass nichts einen so starken Einfluss auf Menschen hat wie Geld. In verschiedenen Experimenten zeigte er seinen Teilnehmern nackte Körper und sogar Leichen. Aber die gemessene Gehirnreaktion war nicht vergleichbar mit dem hohen Aktivitätsniveau des Gehirns bei dem Anblick von Geld. Oh, je, haben wir uns da verschätzt?

Überrascht? Nicht etwa weil wir alle gierig sind, ist das so, sondern weil wir unsere Wünsche und Träume in das Geld projizieren und ihm so die Macht verleihen. Noch mehr an neuen Erkenntnissen der Hirnforschung gefällig?

Neue Forschungsarbeiten des Neurowissenschaftlers Sam Barnett, Mitbegründer von ThinkAlike Labors,  bieten einen Einblick in das Gehirn, während es finanzielle Entscheidungen trifft. Er stellte dabei fest, dass vor allem Angst unsere Fähigkeit beeinträchtigt, fundierte Entscheidungen zu treffen.

MINDFUL FINANCE, also Achtsamkeit in Geld- und Finanzangelegenheiten, setzt an Punkten wie diesen an und fragt: „Was verrät meine Geld-Entscheidung über mich?“, „Was treibt mich wirklich?“, „Wie kann ich meinen Umgang mit Geld verbessern und mich gut dabei fühlen?“.

Was machen wir mit Geld nicht so alles: verdienen, erhalten, ausgeben, geben, ausleihen, verleihen, anlegen, aufnehmen, speichern, verlieren, tauschen und so weiter. Und bei all diesen Aktivitäten sind Entscheidungen, sind Emotionen und Werte, sind Träume, Erwartungen und Erfahrungen mit im Spiel. Und was machen wir damit? Wie eine neue Gallup-Umfrage vom Mai 2018 zeigt, stecken wir häufig den Kopf in den Sand, denn 43% der Österreicher schauen höchstens 1x monatlich oder seltener auf ihre Kontoauszüge und 50% haben eher negative Emotionen beim Thema Geld. Meist geht es dabei aber gar nicht ums Geld, sondern mehr um das, was wir mit Geld verbinden. Wofür es steht und was wir uns davon erhoffen. Deshalb steht Geld im Mittelpunkt unseres Interesses, egal ob wir das wollen oder nicht.

Also: unser Umgang mit unserem Geld ist sehr viel weniger rational als vielmehr stark emotional, wie auch die Forscher des Zukunftsinstituts betonen: “Geld und das Denken in Geld ist eine hochemotionale Angelegenheit”, schreibt das Zukunftsinstitut in der aktuellen Trendstudie “Geld-Gehirn: die Kulturtechnik des Bezahlens von morgen” (März 2017).

„Die Antwort der Neuroökonomie, die sich mit Geldentscheidungen und den Auswirkungen der Hirnaktivität auf diese beschäftigt, ist wenig schmeichelhaft.“, schreibt die Berliner Psychologin Hanna Drimalla in „das Gehirn.info“. Ach herrje, warum denn das? Nun, es heißt nichts anderes, als dass letztendlich unser rationales Gehirn, der Cortex, kaum im Spiel ist, umso mehr dafür aber die „Inselregion“ und das Angstzentrum. „Verlust von Geld oder von wertvollen Gegenständen aktiviert die sogenannte Inselregion“, erklärt der Bonner Neurologie-Professor Elger im eben zitierten Artikel,  „Das ist äußerst unangenehm. Diese Struktur wird auch dann aktiviert, wenn wir Schmerz wahrnehmen. “ Und das versuchen wir natürlich zu vermeiden und halten Verluste aus oder produzieren voraussichtliche Verluste aus Angst vor Verlusten. Gegenwärtig wieder mal ganz gut sichtbar, wie Menschen aus der Angst um die Währung ihr Geld in völlig überbewertete Aktien und Immobilien stecken. Ziemlich irrational, oder? Aber da ist noch nicht alles.

„Außer der Amygdala hat die Vernunft noch einen zweiten Feind, tief im basalen Vorderhirn: den Nucleus accumbens. Dieses Kerngebiet gehört zum Belohnungssystem des Menschen. Wenn wir Geld, Sex oder Schokolade erhalten oder auch nur erwarten, ist diese Region aktiv und löst Glücksgefühle aus“ so die Psychologin Hanna Drimalla. Und diese Gier nach Glücksgefühlen vermag in der Tat jedwede Vernunft auszuschalten. Was zu fatalen Finanzentscheidungen führen kann. „Der ganz schnelle Gewinn aktiviert das Belohnungssystem und setzt die Entscheidungsfähigkeit und die Rationalität herab.“, so der Neurologe Elger. Oh je, das hört sich nicht gut an.

Doch keine Sorge! Mit Achtsamkeit lässt sich schon einiges bewerkstelligen bei unseren Finanzentscheidungen: Schritt eins, sich seine eigenen emotionalen und körperlichen Erfahrungen im Umgang mit Finanzen bewusst zu machen. Sie werden große Augen machen, was Sie alles – bei sich – entdecken werden. Solomon Halpern, Investmentberater in Boulder/Colorado, Achtsamkeitspraktiker und Mitgründer unseres Mindful Finance Institute, hat dies, amerikanisch kurz und präzise, im Artikel Mindful Finance Jump Starter auf den Punkt gebracht: “Mindfulness allows our personal experiences, narratives, and emotions to become valuable tools rather than distractions to our financial planning”.

Das war einer der Gründe, weshalb das amerikanische Institut für die Ausbildung zum “Chartered Financial Analyst (CFA)” ein Achtsamkeits-Modul in die Ausbildung für Finanzberater aufgenommen hat. Und auf der Website des global CFA-Institute finden Sie den “Meditation Guide for Investment Professionals”, der auch gleich die Begründung liefert, warum Achtsamkeit für Investment Manager so notwendig ist: „It can help reduce stress, improve mental focus and creativity, promote ethical behavior, and overcome behavioral biases“.

Ich denke, es gibt wohl genügend Gründe, und zwar für alle Akteure im Finanzsektor – Banker, Berater, Händler, Kunden, Verbände – über MINDFUL FINANCE nachzudenken. Als Weg zu einer neuen Finanzwirtschaft, zu einem neuen Umgang mit Geld.

Wir haben aus diesem Grund eine Plattform gegründet – das MINDFUL FINANCE INSTITUTE in London. Wir werden überall in Europa Diskussionsforen und Veranstaltungen durchführen, auch Forschungen zum Thema veranlassen.  Ein Studiengang ist in Ausarbeitung und wird nächstes Jahr angeboten werden. Begleiten Sie uns – abonnieren Sie unseren MIFI-Newsletter, treten Sie der MINDFUL FINANCE GRUPPE auf LINKEDIN bei.

Bleiben Sie so up to date und beteiligen Sie sich an der Neugestaltung der Finanzwirtschaft.

Ich wünsche Ihnen achtsame Tage und keinen Stress mit Ihrem Geld,

Ihr Friedhelm Boschert

 

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